Was sind psychosomatische und somatoforme Erkrankungen?

Unter Psychosomatischen Erkrankungen im engeren Sinne werden Erkrankungen verstanden, bei denen organische bzw. Gewebsschädigungen aufzufinden sind. 

Psychische oder soziale Faktoren beeinflussen die Entstehung, den Verlauf oder die Folgen der Erkrankung deutlich mit.  

Im Gegensatz dazu liegen bei so genannten funktionellen körperlichen Störungen (somatoformen Störungen) trotz sorgfältiger  fachärztlicher Abklärung keine oder kaum nachweisbare Organbefunde vor. 

Welche Krankheitsbilder als psychosomatisch im engeren Sinne aufgefasst werden, ist unter Fachleuten umstritten.                                 Viele psychische Störungen weisen körperliche Folgeschädigungen auf, z. B. Anorexie oder Alkoholismus.

Im engeren Sinne werden folgende Krankheitsbilder als Psychosomatische Erkrankungen angesehen: Am häufigsten vertreten ist das starke Übergewicht (Adipositas), gefolgt von Asthma, entzündlichen Darmerkrankungen, bestimmten Arten von Geschwüren sowie dauerhaftem Bluthochdruck. Andere Erkrankungen wie Ohrengeräusche (Tinnitus), Migräne oder bestimmte Hauterkrankungen stehen ebenso häufig in Wechselwirkung mit psychosozialen Faktoren.

„Somatoforme Störungen“ ist eine Diagnose, die in der Bevölkerung bislang noch wenig bekannt ist.                                                      Andere Bezeichnungen, die dieses Störungsbild umschreiben, sind „funktionelle Beschwerden“, „psychovegetative Dystonie“(Symptomkomplex, bei dem die Erregungsleitung des vegetativen Nervensystems beeinträchtigt ist) , „Reizdarm“, „chronisches Erschöpfungssyndrom“, „funktionelle Rückenschmerzen“ oder auch „Fibromyalgie“ (Faser-Muskel-Schmerz).

Patienten mit somatoformen Störungen haben auf ihrem Weg der medizinischen Abklärung ihrer Beschwerden möglicherweise      wiederholt zu hören bekommen: „Ihnen fehlt nichts“. Sie verstehen nicht, warum kein Arzt „etwas findet“, denn die Symptome sind               ja tatsächlich vorhanden und werden von den Betroffenen oft sehr belastend erlebt, zumal sie häufig mit zunehmenden      Einschränkungen im Alltag und im Berufsleben einhergehen. 

Die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann zu ernsthaften Nebenwirkungen, manchmal auch zu einer  Medikamentenabhängigkeit führen.                                                                                               

Nicht selten treten in der Folge auch noch zusätzliche Beeinträchtigungen durch depressive Verstimmungen oder Ängste auf.                 

Viele Betroffene haben somit bereits einen langen Krankheits- und Leidensweg hinter sich, bevor sie erstmalig überhaupt psychosomatisch abgeklärt und behandelt werden.